Fenster Schallschutz und Montage sind wichtig

Die Frage, ob das Fenster mit zwei oder drei Gläsern ausgerüstet ist, hat sich mittlerweile erledigt. Denn für Wohnbauten sind Dreifachverglasungen heute Standard. Die Mehrkosten gegenüber zwei Gläsern sind derart gering, dass das kein Thema mehr ist. Zudem subventioniert das Gebäudeprogramm (www.dasgebaeudeprogramm.ch) aus­schliesslich Dreifachverglasungen. Kurze Diskussionen ergeben sich auch bei der Materialwahl. Selbstverständlich geht es beim Abwägen die Materialpalette (Grafik rechts) rauf und runter – um dann schnell beim Holz-Metall-Fenster zu landen. Jedenfalls für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Bei Mietwohnungen werden dagegen häufiger Kunststoffprodukte eingebaut. Übrigens: Vollmetallfenster gibt es seit einigen Monaten auch für Wohnbauten. Sie sind aus getrennten Alu-Rahmen gefertigt, um den Wärmedurchgang zu minimieren. Ziemlich edel, aber auch teurer als Holzfenster.

Was sind die wichtigen Fragen?
Zwei wichtige Entscheidungen bleiben dem Hauseigentümer gleichwohl: Welche Schallschutzanforderungen sollen die Fenster erfüllen? Und zweitens, wo wird das Fenster montiert? Beides hat viel mit Bauphysik zu tun und sollte, wenn möglich, mit Fachleuten erörtert werden. Beispielweise mit Josef Knill, Ko-Prä­sident des Schweizerischen Fens­terverbandes: «Schallschutzfenster ohne Sanierung des Rollladenkastens machen wenig Sinn.» Der Experte warnt vor einer mangelhaften Ausführung, bei der das Fenster eine gute Schalldämmung bringt, der Schall aber über den Rollladenkasten eindringt. Die Fachleute nennen diese Schwachstellen Schallbrücken. Um einen umfassenden Schutz gegenüber Lärm von der Strasse oder aus dem Luftraum zu gewährleisten, sollte das Gebäude auf Schallbrücken abgeklopft werden. Im Dachbereich beispielsweise hat es viele akustische «Löcher» (Durchführungen wie Kamine, Abluftrohre, Befestigungselemente).

Grundsatzentscheid: mit Wärmedämmung?
In der Grafik nebenan sind Stufen der Schalldämmung aufgelistet. Sie beziehen sich auf das Schalldämmmass der Verglasung. Achtung: Im eingebauten Zustand hat ein Fenster eine um mindestens 2 dB (A) geringere Schalldämmung. Verglasungen mit Schalldämmwerten über 40 dB (A) sind nur an besonders lauten Standorten sinnvoll. In jedem Fall sollte der Hausbesitzer – oder der beauftragte Architekt – ein Schallattest der bestellten Fenster verlangen.

Die ideale Lage des Fensters in der Laibung setzt einen Grundsatzentscheid voraus. Sofern der Hausbesitzer aus Gründen des Denkmalschutzes oder wegen gestalterischen Ansprüchen auf eine Wärmedämmung langfristig verzichtet, sollte die Fensterposition nicht (oder nur geringfügig) verändert werden. In diesen Fällen können Renovationsfenster zum Einsatz kommen, was den Vorteil hat, dass keine Maurerarbeiten anfallen. Bei diesen Produkten wird der neue Rahmen auf den alten aufgeschraubt. Nachteilig ist allenfalls, dass der alte Rahmen als thermische Schwachstelle wirkt. Wer den Aufwand nicht scheut, erweitert die Fensternische durch Abfräsen der Laibung. «Dadurch lässt sich das Fenster weiter aussen montieren, was die Kondenswassergefahr vermindert», meint Josef Knill. Die ideale Lösung bleibt aber, das Fenster von aussen anzuschlagen und den Blendrahmen zu überdämmen, so der Experte.

Neues Minergie-Modul
Die Minergie-Agentur Bau lanciert, zusammen mit den Fachverbänden, für Minergie-P- und Passiv-Häuser geeignete Fenster als Minergie-Modul (www.minergie.ch). Sie sind bezüglich Wärmeschutz in der gleichen Qualitätsklasse wie die Topfenster (www.topfenster.ch); das P-Modul bewertet allerdings die Aspekte der Tageslicht- und Solarenergienutzung nicht. Alle drei Bewertungssysteme – Minergie, Minergie-P und Topfenster – basieren auf Dreifachverglasungen, sie weisen aber im Vergleich zu anderen Produkten die besseren Rahmen auf.

Ist damit die Fensterbestellung komplett?

Noch zwei Punkte: Bezüglich Einbruchsicherheit sind die Fenster in Klassen eingeteilt. Für Fenster im Erdgeschoss oder an zugänglichen Balkonen ist eine erhöhte Sicherheit unverzichtbar, was mit Fenstern der Widerstandsklasse 2 garantiert ist. Und schliesslich ein wichtiges Detail: Eine zweite – raumseitige – Dichtung am Flügelrahmen kostet wenig und bringt viel.

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