Werterhaltung von Immobilien dank Sanierungsplan
Immobilien sind ganz schön teuer. Wir arbeiten hart und verzichten auf viel, damit wir uns ein Eigenheim oder eine Traumwohnung leisten können. Wir brauchen einen Rückzugsort, ein persönliches Reich, wo wir sein können und dürfen, wie wir sind. Mit all unseren Bedürfnissen und Macken. Ein Eigenheim ist etwas ganz Besonderes. Wir bezahlen einen bestimmten Wert und geben ihm darüber hinaus einen ideellen Wert. Damit beides erhalten bleibt, sind ein regelmässiger Unterhalt und eine sachgerechte Pflege sehr wichtig.
Was wir lieben, betrachten wir mit anderen Augen. Verliebtheit beispielsweise – und das mag überraschen – ist genaugenommen eine Neurose, eine verzerrte Wahrnehmung. Ausgelöst durch die Erfüllung unserer Bedürfnisse durch unser Gegenüber. Zum Beispiel gehört werden, Anerkennung bekommen, etwas wert sein. Das alles bringt die Schmetterlinge im Bauch zum Flattern. Bis mit der Zeit Herbst und Winter kommen – im übertragenen Sinn – und sie sich ein geeignetes Versteck suchen. Im Alltag beginnt sich die Wirklichkeit zu zeigen.
Was wir lieben, braucht regelmässige Pflege.
Was bedeutet dies nun für unsere Eigenheime oder Eigentumswohnungen?
Sanierungen welche im Voraus geplant werden, verhindern teure Kosten
Die Lebensdauer ist nicht immer sichtbar
Dass das Alter so seine Zipperlein mit sich bringt, merken wir alle. Man sieht uns diese nur nicht immer an. Statt 10 Kilometer am Stück zu gehen, brauchen wir mittlerweile mindestens drei Pausen. 10 Kilometer gehen wir immer noch.
Auch Baumaterial hat eine bestimmte Lebensdauer und dementsprechende Alterserscheinungen!
Da wir täglich in unserem geliebten Heim leben, fällt und der schleichende Verfall von Baumaterial weniger auf. Wir Eigentümer brauchen sichtbare Vergleiche oder konkrete Schäden, damit wir aufmerksam werden. Erfahrene Bauberater brauchen dies nicht. Sie wissen, sehen und weisen darauf hin. Das Gute: Die Lebensdauer von Baumaterial ist heute bekannt. Will heissen: Anfallende Renovationen und Sanierungen sind voraussehbar.
Das freut unsere Finanzplanung. Dazu gehört auch unsere Bank: Denn wenn wir belegen können, dass wir vorausdenken, planen und sparen, klären sich auch Anfragen für die nächste Hypothek viel einfacher.
Werterhaltung ist planbar
Die Raiffeisenbank schreibt, dass «Baukosten während der Realisierungsphase gerade einmal 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Diese Phase beeinflusst jedoch massgeblich die weiteren 80 Prozent der Kosten, die erst nach der Fertigstellung des Gebäudes anfallen.» Raiffeisen empfiehlt darum von Beginn an jährliche Rückstellungen in Höhe von 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudewerts.
Werterhaltung lohnt sich!
Ganze 15 Prozent höher ist der Verkaufspreis, wenn sich ein Objekt in einem guten statt durchschnittlichen Zustand befindet. Befinden sich Multifunktionsküchen und hochwertige Bodenbeläge im Verkaufsobjekt, kann der Verkaufspreis gar 45 Prozent höher liegen.
Der Wert ist das eine, der Markt das andere. Alle noch so hochwertige Einrichtung nützt nichts, wenn sich keine Käufer finden. Zudem sind insbesondere Küche und Bad oft heikel. Denn die Geschmäcker sind verschieden! Diese Tatsache senkt den Verkaufspreis allerdings nicht unbedingt. Und etwas eigentlich Hochwertiges zu ersetzen, ist nicht jedermanns Sache – sei es aus Vernunfts- oder aus Kostengründen.
Es ist eine Frage, wie viel man wirklich investieren will und kann. Dies zeigt, dass Werterhaltung auch immer eine Frage der persönlichen Interessen ist.
Vorgehen
Da ein Haus oder eine Wohnung ist ein ganzes System sind, haben jegliche Veränderungen einen Einfluss auf weitere Bauteile. Es gibt kleinere Sanierungen und grössere. Kleinere sind flexibler. Bei grösseren Sanierungen werden alle Bauteile renoviert oder ersetzt, die später erneut wieder nur mit einer grösseren Sanierung in Stand gesetzt werden können. Ganz wichtig ist also die Abstimmung der Massnahmen aufeinander.
Eine Heizung muss zum Beispiel immer mit den Fenstern abgeglichen werden, da sich beides gegenseitig beeinflusst. Fenster haben auch eine Bedeutung, wenn die Fassadendämmung saniert wird.
Aus diesen Gründen empfiehlt sich unbedingt ein Sanierungsplan durch einen Bauexperten. Er oder sie können das Vorhaben so koordinieren, dass gegenseitige Abhängigkeiten nicht zu erneuten Problemen führen und Kosten optimiert anfallen.
Ziele und Möglichkeiten
Ein Hausbau kann bei den Kosten eine grosse Spannbreite beinhalten. Bei einer Sanierung ist dies auch so. Wichtig für die Berechnung von allfälligen Sanierungskosten sind:
- persönliche Ziele und finanzielle Möglichkeiten (z. B. persönliche Situation nach Pensionierung)
- werterhaltende und wertvermehrende Teile
- welche Teile extern finanziert werden sollen und welche selbst (steuerliche Auswirkungen)
Eine komplexe Sache, die durch einen erfahrenen Bauexperten gleich viel übersichtlicher wird.
Das gibt uns
- mehr Sicherheit,
- übers Ganze gesehen ziemlich sicher tiefere Kosten und
- länger Freude an unserem Eigenheim.
Werterhaltung? Ja! Das dürfen wir uns selbst wert sein.
© bauszene.ch, 14.8.2025






