Kauf einer Bauparzelle: Das müssen Sie berücksichtigen!

Bauland ist in der Schweiz knapp. Und wenn sich etwas findet, sollte man schnell zuschlagen, damit das ersehnte Eigenheim endlich Realität wird. Wirklich? Auf was angehende Eigenheimbesitzer:innen beim Kauf einer Bauparzelle unbedingt achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wohnraum in der Schweiz ist knapp und kosten dementsprechend viel Geld. Wohnungen und Immobilien mutieren deshalb immer mehr zum Renditeobjekt für Wohlhabende oder grosse Immobilienfirmen. In der Folge wird der Bau eines Einfamilienhauses immer unwahrscheinlicher, weil es bereits an vorhandenen – und vor allem bezahlbaren – Bauparzellen mangelt.

Kauf einer Bauparzelle: Das müssen Sie berücksichtigen!

Sollte irgendwo Bauland freiwerden, sollten potenzielle Käufer:innen insbesondere auf die folgenden Punkte achten:

Zonenplan

Das Land, wo Ihr zukünftiges Haus stehen wird, nennt man Parzelle und ist mit allen Massen und Relationen im sogenannten Zonenplan ersichtlich. Der Zonenplan unterscheidet zwischen Bau-, Landwirtschafts- und Schutzzonen. Ergänzend zum Zonenplan ist auch die Bauordnung, wo die geltende Bau- und Nutzungsvorschriften ersichtlich sind.

Grundbuch

Aus dem Grundbuch erfahren Sie, wer der Eigentümer des Grundstücks ist und ob eventuell noch andere Personen Rechte wie die Mitnutzung von Wegen oder Zufahrten haben. Ebenfalls informiert das Grundbuch darüber, ob das Grundstück mit Pfandrechten belegt ist. Das Pfandrecht wird angewendet, wenn ein Mitbesitzer der Bauparzelle verschuldet ist und dem Gläubiger seinen Anteil verpfändet, also als Garantie, dass die Schuld auf jeden Fall beglichen wird.

Diese Daten kann man, sofern das Interesse für den Kauf einer Bauparzelle nachgewiesen werden kann, beim zuständigen Grundbuchamt anfordern.

Katasterplan

Die Grundlage für den Katasterplan bildet das ÖREB-Kataster, was soviel heisst wie öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung. Darin erscheinen die 17 wesentlichen Eigentumsbeschränkungen. Zum Beispiel die Grundstücksgrenzen, welche Mindestabstände zu den angrenzenden Parzellen gelten, ob bei bestehenden Gebäuden ein Denkmalschutz besteht, geltende Lärmbestimmungen, vorhandene Grundwasserschutzzonen sowie die Lage- und Höhenfixpunkte.

Erschliessung

Erschliessung bedeutet, dass das Grundstück mit Strom-, Wasser- und Gasleitungen versorgt werden muss, damit das Bauvorhaben überhaupt zulässig ist. Diese Erschliessung wird von der örtlichen Gemeinde umgesetzt, dort erfährt man auch den aktuellen Stand und künftige Erschliessungskosten.

Zusatztipps: Den Kauf einer Bauparzelle planen

Es gibt gewisse Dinge, die einfach wertvoll sind, wenn man sie kennt und sich nach ihnen ausrichtet. Nachfolgend ein paar Tipps.

  1. Medien beobachten und Meldungen gut überprüfen. Leider sind viele Onlinemedien heute sehr klickgesteuert. Emotionale Überschriften und schlechte News garantieren eine höhere Klickrate. Leider leidet die Recherchequalität immer mehr und damit verlieren die gemachten Aussagen an Glaubwürdigkeit. Will heissen: bleiben Sie dran. Auch Netzwerken ist wertvoll. Mit der nötigen Portion Ausdauer finden Sie eine passende Bauparzelle.
  2. Klären Sie im Vorfeld ab, welche Regionen für Sie in Frage kommen. Bedenken Sie, dass Sie immer vom heutigen Ist-Zustand der Region ausgehen. Regionen, Infrastruktur etc. verändern sich laufend. Gibt es Signale, zum Beispiel, dass eine Schule fusioniert oder gar geschlossen wird? Oder ein Einkaufscenter in Ihrer Nähe geplant ist?
  3. Der Preis sagt immer etwas über die Qualität aus. Legen Sie im Vorfeld die maximale Obergrenze fest. Aufgepasst bei der Diskussion über Hypothek und Steuern: Bezahlen tun wir immer irgendwie. Entweder der Bank oder dem Staat. Das muss man sich einfach bewusst sein.
  4. Klären Sie ab, warum eine Bauparzelle frei geworden ist. Plant die Gemeinde noch weitere Bauten, was für Sie bedeuten würde, Sie erhalten Nachbarn, die sie noch nicht kennen.
  5. Gibt es in der näheren Umgebung einen See, Fluss oder Bach? Starkregen wird immer wahrscheinlicher. Besteht die Gefahr von Überschwemmungen oder Erdrutschen?
  6. Plant die zukünftige Wohngemeinde eine Strasse in der Nähe ihrer angehenden Bauparzelle?
  7. Wie viele Vereine und Restaurants hat es in der Gemeinde? Warum? Sie sind ein Zeichen einer gelebten sozialen Haltung. Kennt man sich oder nimmt man sich zur Kenntnis?
  8. Endlich ist sie da, die ideale Bauparzelle. Der einzige wirkliche Nachteil: Sie bedingt einen Umzug in einen 50 Kilometer entfernten Ort. Die Eltern sind begeistert, die Kinder fühlen anders. Freund:innen zu verlieren, ist hart! Und «ihr könnt euch ja besuchen» ist niemals dasselbe! Lohnt sich der Wechsel wirklich oder sind die Bedürfnisse der Kinder in diesem Fall wichtiger?

Eine Bauparzelle zu kaufen und ein Haus zu bauen beinhaltet enorm viele Herausforderungen und Gefahren. Darum lohnt es sich unbedingt, einen professionellen Bauberater beizuziehen. Von Anfang an.

© bauszene.ch, 29.9.2025