Bauabnahme: Wenn mit dem Eigentum auch die Verantwortung wechselt

Wohneigentum bauen braucht seine Zeit. Von der Idee über die Finanzierung, Planung und Umsetzung bis hin zur vollumfänglichen Übergabe, die durch die durch die Bauabnahme abgeschlossen wird. Mit der Bauabnahme wechselt auch die Verantwortung zu den Bauherr:innen. Tipps, damit der Bauabnahme keine Ernüchterung folgt.

Bauen. Wenn andere es können, können wir es doch auch, oder nicht? Natürlich können wir. Wohneigentum bauen ist machbar. Doch was hier mit lediglich vier Worten beschrieben wird, dauert in der Wirklichkeit Monate – und leider viel zu oft auch länger.

Bauabnahme Umbau: Wir sehen nur, was wir wissen …

Die Finanzierung – der Samen ist gelegt

Vielleicht sind es die Eltern, vielleicht ein Onkel, eine Tante, eine Erbschaft oder die bevorstehende Lohnerhöhung, die Wohneigentum plötzlich in erreichbare Nähe rücken. Erste Gespräche mit Freunden, Arbeitskolleg:innen, die auch schon gebaut haben, lassen hoffen. Schon bald finden sich Angebote im Web, die ganz attraktiv sind.

Zeit, sich konkrete Gedanken zu machen, wie und wo das Traumhaus bzw. die Traumwohnung gebaut werden sollte.

Planen. Auswählen. Entscheiden.

Der Bauprozess beginnt. Zuerst die Planung, dann das Auswählen von Materialien und so viele Entscheidungen, dass einem der Kopf nur so raucht. Und jede Entscheidung löst neue Vorstellungen aus. Die Vorfreude nimmt mit jedem gemauerten Backstein und jeder verlegten Platte zu.

Vorfreude und die Folgen davon

So ein Hausbau kann einen enorm motivieren. Und so sehen Bauherr:innen vor allem alles, was gut läuft. Das ist nicht nur beim Hausbau so. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Fehlendes fachliches Wissen
  • Betriebsblindheit

Beides ist menschlich. Man kann nicht alles wissen! nicht auch ! Und es kann immer vorkommen, , dass eine Hülle täuscht.

Ernüchterung kommt in der Regel später

Damit ein Bau reibungslos abläuft und auch Baumängel schnell und vor allem frühzeitig erkannt werden, braucht es entweder ein umfangreiches Bauwissen oder einen Bauexperten.

Wenn etwas in den Augen von Laien gut aussieht, heisst das nicht, dass es auch gut ist.

Man kann immer ein oder auch mal zwei Augen zudrücken. Aber beim Bauen kann das äusserst heikel werden. Und vor allem kostspielig. Denn was nicht frühzeitig erkannt wird, kann einen später teuer zu stehen kommen!

Nachfolgend ein paar Punkte, die bei einer Bauabnahme grundlegend wichtig sind.

Offensichtliche Mängel

Sogenannte Sichtmängel müssen im Protokoll sofort vermerkt werden, weil sie sonst als genehmigt gelten. Vermerken ist das eine. Jeder Baumangel braucht natürlich auch einen realistischen Termin, bis wann er behoben wird.

Mängel fotografieren

Da wir alle ein Handy mit einem eingebauten «Fotoapparat» haben, können wir die Baumängel auch fotografieren. Wichtig: Auch beim Fotografieren gibt es Regeln. Insbesondere, wenn es darum geht, etwas zu beweisen, sollten Sie die Fotos

  • sowohl in Hoch- und in Querformat machen,
  • auf eine gute Belichtung achten,
  • auf eine gute Schärfe achten
  • und von verschiedenen Sichtwinkeln aus machen (von oben, direkt, seitlich, unten).

Je kostspieliger der Baumangel, desto besser muss das Foto sein. r der Mangel

Beachten Sie, dass eine Wohnung bei hellem Licht schöner aussieht – und so eine höhere Ablenkung von ihren «Schattenseiten» bestehen erfolgen könnte.

Auf der anderen Seite verbirgt schummriges Licht schnell mal Risse, Kratzer und Unebenheiten.

Zeit einplanen

Auch wenn der Architekt vielleicht noch andere Termin hat, lassen Sie sich bei der Bauabnahme nicht stressen. Jetzt geht es einzig und allein darum, zu prüfen, ob alles vertragsgemäss umgesetzt wurde! Diese zeitintensive Kontrolle – die auch 3 Stunden dauern darf – spart im Nachhinein Tage, Monate, Jahre an Ärger, weil die Baumängel nicht rechtzeitig angezeigt wurden – und sich unter Umständen zu Bauschäden entwickelt haben.

Beweglichkeit

Türen, Fenster, Garagentore alles, was beweglich ist, sollte überprüft werden. Dazu gehören natürlich auch die Schlösser und sogar die Steckdosen. Alles, was genutzt und im täglichen Gebrauch auch «gefordert» wird. Das gilt im Fall von Stockwerkeigentum natürlich auch für die gemeinschaftlichen Teile.

Eine professionelle Bauabnahme macht Sinn

Sie mag uns aufwändig erscheinen und ist ausgerechnet dann erforderlich, wenn unsere Kraft und Geduld vom bisherigen Verlauf überstrapaziert wurden. Wir möchten nur noch eins: einziehen und alles hinter uns lassen.

Genau darum macht ein Bauabnahme-Profi Sinn. Am besten schon während des Baus.

Weil es beim unabhängigen Profi – mit der nötigen Aussensicht – kein oder fast kein «Versteckis» gibt.

Kosten richtig beurteilen

Bauen ist teuer. Und jetzt noch einen Kostenpunkt mehr dazunehmen? Also noch teurer … Autsch!

Nein, eben nicht! Weil der Bauabnahme-Profi spätere und viel teurere Bauschaden-Kosten verhindern hilft.

Und zudem tut es einfach gut, jemanden zur Seite zu haben, der für unsere Bedürfnisse einsteht!

© Bauszene.ch, 17.2.2026