Schweizer Bauwirtschaft: Hintergründe im Vordergrund

Von der Schweizer Bauwirtschaft hören oder lesen wir manchmal im Zusammenhang mit fehlenden Wohnungen, gefährdeten Arbeitsplätzen, Fragen zur Frühpensionierung und als Wirtschaftsmotor. Grund genug, die Bauwirtschaft hier genauer unter die Lupe zu nehmen und angehenden Bauherr:innen wichtige Infos zu ihren Baupartnern zu geben.

Auf wen bauen wir, wenn wir bauen? Ja, klar, wenn wir ins fertige Eigenheim einziehen können, gehen all die Mitarbeitenden schnell vergessen. Ausser natürlich, wenn wir Baupfusch entdecken.

Ganz gleich, ob wir gute oder eher schwierige Erfahrungen mit der Schweizer Bauwirtschaft gemacht haben, Tatsache ist: Wissen hilft, zu verstehen.

Bauen ist mehr, als einen Stein auf den anderen zu pflastern. Obwohl genau diese – für uns einfach aussehende – Arbeit äusserst relevant ist.

Auch das Fundament ist fundamental wichtig. Muss es doch hochgradig komplexen Anforderungen standhalten.

Die Schweizer Bauwirtschaft kurz vorgestellt

Baufachleute, Mitarbeitende

In der Schweiz gibt es 75´000 Unternehmen, die in der Baubranche tätig sind. Somit ist die Baubranche die fünftgrösste Arbeitgeberin und hat eine halbe Million Beschäftigte.

Von der Planung bis zur Ausführung. 20 Prozent der Lehrstellen gehen auf das Konto der Bauwirtschaft.

Bauen gehört allerdings auch zu den Branchen, wo Sicherheit sehr wichtig ist. Im Bauhauptgewerbe passieren jährlich um die 2000 Absturzunfälle, die durchschnittlich zu 100 Invaliditäts- und 7 Todesfällen führen wie Baumeister. Swiss berichtet.

Doch Arbeiten in der Höhe ist nicht die einzige Herausforderung. Baumeister.Swiss listet noch weitere Gefahren auf.

  • Gräben, Schächte, Baugruben

  • Arbeiten in Rohrleitungen

  • Elektrizität

  • Gefährliche und gesundheitsgefährdende Stoffe

  • Rückbau- und Abbrucharbeiten

  • Untertagarbeiten

  • Stolpern und Stürzen

Unkonzentriertheit, Übermüdung, körperliche Grenzen, Kraftlosigkeit und vieles andere kann zu lebensgefährlichen Unfällen führen.

Wo enorme Leistungen erbracht werden müssen – oft unter schwierigen Wetterbedingungen – und das unter zunehmendem Zeitdruck, ist das Unfallrisiko hoch.

Wo Menschen bauen, sind menschliche und damit begrenzte Kräfte am Werk.

Apropos Menschen: Welche Berufe sind in der Bauwirtschaft tätig? Ein paar Beispiele:

Apropos Menschen: Welche Berufe sind in der Bauwirtschaft tätig? Ein paar Beispiele:

  • Zeichner
  • Gebäudetechnikplaner Lüftung
  • Gebäudetechnikplaner Sanitär
  • Entwässerungstechnologe
  • Geomatiker
  • Maurer
  • Gerüstbauer
  • Zimmermann
  • Sanitärinstallateur
  • Maler
  • Strassenbauer
  • Spengler
  • Heizung Boden-Parkettleger
  • Plattenleger
  • Dachdecker
  • Gipser Trockenbauer
  • Gleisbauer
  • Abdichter
  • Storenmonteur

(Quelle: Schweizer Bauwirtschaft)

Flachdachsicherung: Hintergründe im Vordergrund.

Die Leistungen der Schweizer Bauwirtschaft

«Aach, schon wieder eine Umfahrung! Können die den nicht in der Nacht arbeiten, anstatt den Berufsverkehr zu behindern?» Solche Gedanken kennen wir vielleicht alle und nerven uns dann, wenn wir im Stau lesen «Wir bauen für Sie».

Und doch ist es genau so.

«Wir bauen für Sie»

  • 1000 Kilometer Trinkwasserleitungen werden jährlich durch die Bauwirtschaft erneuert.
  • Energetische Sanierungen bewirkten 2024 mehr als 3.5-Millionen-Tonnen-CO2- und 12-Mrd-Kwh-Einsparungen.
  • In der Schweiz gibt es inzwischen 300´000 Photo-Volatik-Anlagen und 380´000 Wärmepumpen.
  • 45´000 Wohnungen wurden 2023 gebaut. Insgesamt haben wir in der Schweiz 4.8 Millionen Wohnungen.

Hintergründe im Vordergrund

Ein erheblicher Teil der Bauinvestitionen werden aus dem Inland bezogen.

Die Schweizer Bauwirtschaft nimmt ihre Bestimmung demnach sehr überzeugend wahr.

Diese schweizerische Ausrichtung hat einen kleinen Nachteil:

Schwankungen in höherem Ausmass können sich auf andere konjunktur-reagible Branchen und die gesamte restliche Wirtschaft – durch Sinken oder Steigen der Beschäftigung und Arbeitsstunden – übertragen.

Heisst im Klartext: Geht es der Schweizer Bauwirtschaft nicht gut, spüren das auch andere Branchen. Die einen früher, die anderen später.

© Bauszene.ch, 16.12.2025