Lebensdauertabelle: damit Sanierungen frühzeitig und optimal geplant werden
Dass die Lebensdauer bei Mensch und Tier beschränkt ist, ist für die meisten von uns klar. Doch aufgepasst, auch Bauteile können ermüden. Vielleicht etwas langsamer als wir Menschen, vielleicht etwas unauffälliger – die Auswirkungen können uns jedoch leider teuer zu stehen kommen. Damit das möglichst nicht passiert, gibt es die Lebensdauertabelle. So können Unterhalt und Sanierungen gezielt geplant werden.
Alles hat ein Ende. Auch Bauteile und elektronische Geräte. Ja sogar die unsichtbaren Wasserleitungen. Die gute Nachricht: Der Rohbau hält am längsten, während z. B. Teppiche und Küchengeräte aus Gründen der intensiveren Nutzung schneller das Zeitliche segnen.
Damit Haus- und Wohnungseigentümer:innen nicht von hohen Sanierungs- und Renovationskosten überrascht werden, gibt es die paritätische Lebensdauertabelle.
Die paritätische Lebensdauertabelle
Diese Tabelle wird vom Schweizerischen Hauseigentümerverband HEV zusammen mit dem Mieter- und Mieterinnenverband MV herausgegeben. Das Ziel ist das Aufzeigen der durchschnittlichen Lebensdauer von
- Aussen-Bauteilen wie Fassaden, Malerarbeiten, Fugendichtungen, etc.
- Innen-Bauteilen wie Innentüren, Kunststoffbeläge, Textilbodenbeläge, Tapeten etc. sowie
- Elektroinstallationen und Betriebsapparaturen wie Heizung, Kühlschrank, Waschmaschine etc.
Daraus lässt sich ableiten, innerhalb welchem Zeitrahmen ein Ersatz oder eine Sanierung anstehen.
Sanieren ja, und zwar mit Bedacht
Eine Sanierung zu planen, wird mit dieser Liste tatsächlich einfach bzw. einfacher. Nur ist es so, dass jede Immobilie – sei es ein Wohnhaus, ein Geschäftsgebäude oder auch nur eine Eigentumswohnung – immer eine komplexe Angelegenheit darstellt. Wissen, was saniert werden muss, ist dabei das eine.
Die Herausforderung liegt darin, die Sanierung so zu steuern, dass verschiedene Bauteile gleichzeitig und darum kostengünstiger saniert werden können.
Wer zum Beispiel die Fassade renoviert, sollte auch gleich die Fenster überprüfen lassen, weil die alten Dämmwerte der Fenster eventuell nicht mehr mit der neue Fassade übereinstimmen.
Achtung Finanzierung
Haus- und Wohungseigentümer:innen können in der Regel auf einen Erneuerungsfonds oder auf selbst Erspartes zurückgreifen. Wenn es etwas teurer wird, ist manchmal auch ein Gang zur Bank notwendig. Die gute Nachricht: Dank Fördermitteln sind die Investitionskosten gegebenenfalls nicht ganz so hoch.
Fördermittel
Sind gewisse Bedingungen erfüllt, können Liegenschaftsbesitzer:innen bei Bund oder Kantonen eine Unterstützung beantragen. Warum eigentlich? Laut dem «Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit» vom 18. Juni 2023 hat sich die Schweiz zu einer treibhausgasneutralen Zukunft bis 2050 verpflichtet. Darum werden Liegenschaftsbesitzer:innen durch verschiedene Förderprogramme unterstützt.
Das Ziel ist dabei immer, die Energieeffizienz eines Gebäudes zu verbessern. Bei einer allfälligen Sanierung lohnt es sich also, einen Blick auf mögliche Fördermittel und deren Bedingungen zu werfen. Denn diese Stellen achten auch auf sinnvolle Sanierungen. So können Beiträge vom Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen nur dann beansprucht werden, wenn die gesamte Gebäudehülle saniert wird – also Wände, Dach und Fenster.
Der Eigenmietwert und die Steuerabzugsfähigkeit
Das Schweizer Volk will ihn nicht mehr, den Eigenmietwert. Dieser wird frühesten Anfang 2028 abgeschafft. Danach können keine Unterhaltskosten für selbstgenutzte Liegenschaften mehr von den Steuern abgezogen werden. Heisst: Wer auch hier profitieren will, sollte möglichst rasch eine Zustandsanalyse des Gebäudes durchführen.
Handwerkern und Bauunternehmen geht es wie uns selbst: Sie haben zeitliche Grenzen und können nur Schritt für Schritt Aufträge abarbeiten.
Auch im Baugewerbe ist Zeit ein rares Gut – selbst wenn wir alle gleich viel pro Tag zur Verfügung haben.
Besondere Gründe für Sanierungen
Eine Sanierung wird meistens im Zusammenhang mit einem Bauteil geplant. Doch aufgepasst: Es gibt triftige Gründe, eine Sanierung vertiefter zu planen:
Besondere Standorte
Hat sich durch die Einwirkung vom Klima, durch Neubauten in der Nachbarschaft, durch den zunehmenden Verkehr (Erschütterungen) etc. etwas verändert, was das Gebäude beeinflussen kann?
Alternative Energie- und Versorgungslösungen
Wie sieht es mit den neuesten Entwicklungen in Energiefragen aus? Ist die Fassade immer noch «untauglich» für Sonnenenergie?
Ökologische Nischen
Mittlerweile gibt es viele Produkte, die natürlicher hergestellt werden können. Zum Beispiel ein Bio.Desgin Pool mit flach abfallenden Randzonen. Ein Strand im eigenen Garten.
Barrierefreiheit & Speziallösungen
Wenn schon sanieren, dann optimal vorausplanen. Was gibt es für Treppen- und Lift-Lösungen, auch für ältere und alte Häuser? Damit wird Barrierefreiheit ermöglicht und der Gang ins Altersheim verhindert oder hinausgezögert.
Ungewöhnliche Materialien & Methoden
Inzwischen werden Häuser bzw. Bauteile auch mit 3D-Druck erstellt. So gewinnt man Zeit und hat tiefere Kosten.
Es gibt und tut sich viel – auch im Schweizer Bauwesen. Der Bauexperte unterstützt Sie professionell und zuverlässig.
© Bauszene.ch, 30.6.2026

