Was schiefgehen konnte, ging auch schief

Schulhaus UsterOhne ein verbindliches Raumprogramm und ohne eine klare Projektorganisation kann die Planung eines Schulhausneubaus in einer Sackgasse enden. Diese schmerzliche Erfahrung hat unlängst die Stadt Uster ZH gemacht. Dort musste ein weit gediehenes Projekt vorläufig begraben werden.

Ende Oktober 2008 informierte die Primarschulpflege der Zürcher Oberländer Stadt Uster die Öffentlichkeit über den Abbruch des Neubauprojekts Schulhaus Krämeracker. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit dem Architekten des Siegerprojekts gekündigt. Das neue Schulhaus sollte 2011 eingeweiht werden – nun sind kostspielige Provisorien notwendig.

Die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) wurde zwar Ende Januar im Gemeinderat (Parlament) von Uster abgelehnt, dafür wurde die «Kommission öffentliche Dienste und Sicherheit» (KÖS) von der Geschäftsleitung des Stadtparlaments beauftragt, eine Untersuchung über die Ursachen vorzunehmen, die zur Kündigung der Zusammenarbeit mit dem Architekten sowie zum Abbruch des Projekts führten. Ende Juni veröffentlichte die KÖS ihren Untersuchungsbericht. Als sachverständige Gutachter wurde das Ingenieurbüro Ernst Basler + Partner beigezogen. Gleichzeitig gab die Primarschulpflege bei Brandenberger + Ruosch ein Audit in Auftrag.

Die beiden Berichte kommen laut KÖS hinsichtlich Projektablauf, Organisation, Information und Kosten zu den selben Schlussfolgerungen:
– Mangelhafte Schulraumplanung, die als langfristige Planungsgrundlage ungeeignet ist.
– Wesentliche Fehler bei der Gestaltung des Architekturwettbewerbes.
– Ständige Überarbeitung des Raumprogramms während des Projekts.
– Ungenügendes Bauprojektmanagement.

Ursprünglich sah das Raumprogramm für den Schulneubau neun Klassenzimmer vor, sechs für die Primarschule und drei für die Oberstufe. Wie aus dem KÖS-Bericht hervorgeht, wurde im Hinblick auf die Ausschreibung des Architekturwettbewerbs das Raumprogramm um drei weitere Klassenzimmer erweitert. Schliesslich wurde noch eine Ausbauoption mit nochmals drei Klassenzimmern ins Projekt aufgenommen. Als verhängnisvoll sollte sich erweisen, dass bei den Kostendiskussionen mindestens zu Beginn nicht ganz klar war, auf welche Ausgangslage sich die verschiedenen Einschätzungen bezogen.

Quelle www.baublatt-online.ch

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