Vorkehrungen gegen Baumängel und Kostenüberschreitungen

Wer ein Haus bauen lässt, tut dies oft das erste Mal und hat kaum Erfahrung bei der Überwachung der Bauarbeiten oder bei der Abnahme des Hauses. Handelt es sich um Baupfusch, wenn die Plättli im Badezimmer nicht ganz regelmässig.

Wer ein Haus bauen lässt, tut dies oft das erste Mal und hat kaum Erfahrung bei der Überwachung der Bauarbeiten oder bei der Abnahme des Hauses. Handelt es sich um Baupfusch, wenn die Plättli im Badezimmer nicht ganz regelmässig und glatt verlegt sind, oder liegt das noch im Rahmen der «üblichen Toleranzwerte»? Wie verhält es sich, wenn die Farbmischungen der Wandanstriche bei hellem Licht in einem Raum nicht völlig übereinstimmen? Und darf man verlangen, dass die Holzmaserung in der Küche genauso schön ist, wie man es in der Ausstellung gesehen hat? Dies sind noch die harmloseren Fragen, wenn es um die Qualität des neuen Hauses geht. Es gibt bedrohlichere und härter umkämpfte Mängel, etwa Parkettböden, die wegen Feuchtigkeit aufquellen, bröckelnder Verputz oder fehlende Sickereinrichtungen.

Wann handelt es sich um einen Garantiefall, wann sollte eine Expertise eingeholt werden, was darf man von Verträgen erwarten? Zahlreiche Fragen dieser Art bilden die Grundlage des Buches «Baupfusch muss nicht sein», das der Hausverein Schweiz in der Reihe Casa nostra kürzlich herausgegeben hat (80 S., 23 Fr.). Die Publikation ist als Ratgeber angelegt, der Bauherren zeigen soll, wie sie sich gegen allfällige Baumängel und Kostenüberschreitungen wappnen können. Luzius Theiler, Autor und langjähriger Leiter des Hausvereins Schweiz, hat eine Mischung aus praktischen Fragen, Fällen und Erläuterungen vertraglicher Regeln zusammengestellt, die insgesamt in ziemlich zurückhaltendem Ton und gut verständlich formuliert ist. Die Ausführungen über SIA-Normen, Privatrecht, Werkvertrag, Architektenvertrag, Generalunternehmervertrag oder Kaufvertrag sind weitgehend auf praktische Fragen von Bauherren ausgerichtet.

Als eine Art abschreckendes Beispiel wird der Fall eines Neubaus mit 720 Baumängeln dargestellt, aber im Prinzip konzentriert sich das Buch darauf, die möglichen Missverständnisse, Mängel und Zielkonflikte zwischen den am Bau beteiligten Gruppen in normaleren Fällen zu erklären und vorbeugende Massnahmen zu skizzieren.

Quelle NZZ online

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar