Mit regelmässigen Baukontrollen – Bauschäden verhindern

Jedes Bauwerk ist nur so gut wie die Qualität der Ausführung. Falsche oder mangelhafte Arbeiten gehen schnell ins Geld, da sie später nur mit viel Aufwand korrigiert werden können. Es lohnt sich deshalb, die einzelnen Bauetappen sorgfältig zu kontrollieren und Baumängel sofort beheben zu las-sen.

Was soll während der Bauausführung kontrolliert werden?

Das Hauptaugenmerk soll auf Konstruktionen gelegt werden, die anlässlich der Bauabnahme nicht mehr sicht- und kontrollierbar sind. Dies sind zum Bespiel Bauteile, bei denen Wasser eintreten kann oder undichte Stellen in der Gebäudehülle, an denen feuchtwarme Luft entweichen kann, was zu Feuchtigkeitsschäden an der Bausubstanz führen kann. Eine unvollständige oder unsaubere Verarbei-tung von Abdichtungen oder von Wärmedämmungen ist dabei meistens die Ursache.

Qualitätsprüfungen vertraglich vereinbaren
Im hektischen Bauumfeld wird eine systematische Prüfung und Abnahme einzelner Bauteile aber oft-mals vernachlässigt und ist auf den meisten Baustellen keine Selbstverständlichkeit. Eine regelmässi-ge Baukontrolle und Qualitätssicherung muss daher geplant und am besten vertraglich vereinbart wer-den. Denn eine hochwertige Bauqualität lässt sich aber nur mit einer sorgfältigen Planung und einer regelmässigen Überwachung der Arbeiten erreichen.

Wassereintritte im Untergeschoss

Eintretende Feuchtigkeit durch die Kelleraussenwände führt regelmässig zu Schäden an Gebäuden. Hauptursache sind meistens eine unsachgemässe Planung und oder Ausführung der Abdichtungen. In Einzelfällen werden um Kosten einzusparen, geplante Fugenbänder oder Abdichtungssysteme bei der Bauausführung weggelassen. Die genaue Ausführung und Kontrolle vor dem Hinterfüllen des Kellers muss beim Baupartner daher genau hinterfragt und dokumentiert werden.

Fehlerhafte Dachkonstruktionen

Unzureichend geplante Gefälle auf begehbaren Flachdächern können bei der Kontrolle von Bauplänen oder von Bauarbeiten bei einem Grossteil der Gebäude festgestellt werden. Die Erklärungen der Be-teiligten: „Flachdächer, die permanent feucht sind, halten länger“, ist ein alter Zopf. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass stehendes Wasser längerfristig zu Problemen führen kann. Mit der entsprechen-den Anpassung der SIA-Norm 271 „Abdichtungen von Hochbauten“ aus dem Jahre 2007 wollte man dem entgegenwirken, was aber noch nicht überall durchgedrungen ist. Bei den Steildachkonstruktio-nen können sich im Verlaufe der Zeit feuchte Stellen an der Dachuntersicht oder der Fassadenkon-struktion abzeichnen, die auf eine undichte Gebäudehülle hinweisen. Eine Ursache, die mit einem Blowerdoor nachgewiesen werden kann. Dabei wird ein Überdruck im Gebäude erzeugt und der Druckabfall durch entweichende Luft gemessen. Die unsaubere Verarbeitung der Dampfsperre, wel-che die Luftdichtigkeit des Gebäudes sicherstellen muss, ist dabei oftmals die Ursache. Ein Schaden, der mit einer Kontrolle der Luftdichtigkeitsschicht vor dem Anbringen der Verkleidungen hätte verhin-dert werden können.

Anspruchsvolle Aussenwärmedämmung

Nur eine bis ins letzte Detail sauber geplante und ausgeführte Kompaktfassade wird die gewünschte Lebensdauer erreichen. Die Planung der luftdichten Gebäudehülle sowie der Abdichtungen und des Spritzwasserschutzes muss auf das gesamte Fassadensystem abgestimmt werden. Dies kann nur unter der Berücksichtigung sämtlicher beteiligter Bauteile und der an der Ausführung beteiligten Un-ternehmer gelingen. Eine komplexe Aufgabe, die in der Praxis immer wieder zu unsachgemässen Nahtstellen an der Gebäudehülle und zu Bauschäden führt.

Rissprävention vor den Gipserarbeiten
Vor der Ausführung der inneren Verputzarbeiten ist das Mauerwerk noch sichtbar. Zum jetzigen Zeit-punkt kann noch bestimmt werden, wo Risspräventionen in Form von Netzeinbettungen in den Verputz oder Trennungen in Form von Schwedenschnitten ausgeführt werden sollen. Ein geringer Aufwand, ganz im Gegensatz zur Behebung von Rissen nach 2 Jahren anlässlich der Garantieabnahme. Fehlerhaft ausgeführte Elektro-, Lüftungs- und Sanitäranschlüsse können allenfalls noch korrigiert werden, ohne dass die fertig verputzten Wände aufgespitzt werden müssen.

Schallprobleme beim Unterlagsboden
Der unsachgemässe Einbau von Trittschalldämmungen unterhalb des schwimmenden Unterlagsbo-dens ist oftmals die Ursache von Schallproblemen zwischen den einzelnen Wohneinheiten. So werden Elektro-, Sanitär- oder Heizungsleitungen über den Betonboden geführt, was eine vollständige Ausführung der Trittschalldämmung verhindern, da zu wenig Aufbauhöhe vorhanden ist. Eine Nach-lässigkeit, die nach dem Einbringen des Unterlagsboden mittels Messungen festgestellt, aber mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr behoben werden kann.

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hbq-bauberatung.ch: Beim Bauen gut beraten - Baukontrollen

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