Baurecht SIA-Norm 118: Regeln begünstigen Bauherren

Liegt überhaupt ein Werkmangel vor oder nicht?

Ein Sachverhalt, der gemäss Obligationenrecht der Bauherr beweisen muss. Wird jedoch die Norm SIA 118 (SIA: Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) bereits im Kaufvertrag als verbindlich erklärt, kehrt sich die Beweislast um. Sprich: Dann ist es am Handwerker zu beweisen, dass kein Mangel besteht.

Dank der SIA-Norm 118 ändert sich auch betreffend der Rüge- und Garantiefrist einiges zugunsten des Bauherren. Zwar bleibt die Garantiefrist bei fünf Jahren, aber in den ersten zwei Jahren, der sogenannten Rügefrist, können Mängel jederzeit gerügt werden – also nicht zwingend sofort nach Feststellung des Mangels. Trotzdem wird auch mit SIA 118 nach Fertigstellung des Hauses eine ordentliche Bauabnahme gemacht und werden Mängel gerügt.

Doch erst später bemerkte Mängel müssen danach nicht mühsam einzeln, sondern können erst bei der sogenannten Zweijahres-Abnahme gesammelt gerügt werden. Heute sollte die SIA-Norm 118 Standard bei Kauf-, Werk- und Generalunternehmerverträgen sein. Fehlt sie, muss der Bauherr dies unbedingt bemängeln.

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