Bauen mit Sicherheit

Immer wieder kann bei der Umsetzung aber auch Unvorhergesehenes passieren. Wer ein Haus baut, sollte rechtzeitig daran denken, sich für die Zeit des Baus und auch danach gut zu versichern, um unliebsame finanzielle Überraschungen zu vermeiden. Denn obwohl bei einem Um- oder Neubau immer mehrere Personen und Firmen beteiligt sind, liegt die Verantwortung immer beim Bauherren respektive der Bauherrin selbst.

Um sich und Ihren Bau im Schadenfall vor den wirtschaftlichen Folgen zu schützen, gibt es die Bauwesen-Versicherung sowie die Bauherrenhaftpflicht-Versicherung. Diese zwei Produkte werden in der Schweiz von den Privatversicherern angeboten.

Die Bauherrenhaftpflicht
Diese Versicherung schützt vor Schäden, die man als Bauherr Dritten zufügt. Bei der Bauherrenhaftpflicht sind (im Gegensatz zur normalen Privathaftpflichtversicherung) spezifisch die Schäden versichert, die im Zusammenhang mit den Arbeiten rund um den Neu- oder Umbau entstehen. Der Bauherr wird gesetzlich haftpflichtig, auch wenn er selbst den Schaden nicht verursacht hat. Als Beispiel: Wenn Baugrubenwände gesichert werden, können Vibrationen auch auf das Erdreich des Nachbargrundstücks wirken. Dies kann soweit gehen, dass sich das Nachbargrundstück absenkt und die Stützmauer des Nachbarn in Schieflage gerät. In so einem Fall kommt die Bauherrenhaftpflicht zum Einsatz. Ebenso, wenn sich der Bauherr bei einem Kontrollgang an Bretter lehnt, diese vom Gerüst auf die Strasse stürzen und dort einen Passanten verletzen oder ein Fahrzeug beschädigen. Und auch wenn keine Personen involviert sind, können Schäden entstehen, welche die Bauherrenhaftpflicht betreffen, beispielsweise wenn während der Bauphase ein Windstoss einen Ziegel vom Dach löst und dieser dem Gesetz der Schwerkraft folgt.
Ein weiterer Punkt, der die Bauherrenhaftpflicht unverzichtbar macht, ist, dass diese nicht nur bei erfolgten Ereignissen finanziell aufkommt, sondern auch präventiv unmittelbar bevorstehende Gefahren abzuwenden hilft: Wenn der Baukran wegen schlechtem Baugrund aus der Vertikalen gerät und umzufallen droht, muss dieser umgestellt werden. Die Bauherrenhaftpflicht übernimmt in diesem Fall die Kosten für die Demontage und die Wiedermontage, um einen sehr wahrscheinlichen Unfall abzuwenden. Bei Forderungen von Dritten an den Bauherrn, klären die Experten der Bauherrenhaftpflicht ausserdem ab, ob die Forderungen berechtigt sind, indem sie unter anderem die angewandten Baumethoden oder die Geologie beurteilen.

Die Bauwesen-Versicherung
Diese Versicherung übernimmt Folgekosten, die aus unvorhergesehener und plötzlicher Beschädigung des Bauvorhabens entstehen. Es geht dabei also um Schäden, die von Aussen auf den Bau treffen. Beispielsweise kann die Baugrube durch starken Regen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Leerpumpen und Reinigen vom Schlamm verursacht oft hohe Mehrkosten, welche die Bauwesen-Versicherung deckt. Oder der Schadenhergang ist unklar und es ist kein Verantwortlicher ausgemacht. In diesem Fall bevorschusst die Bauwesen-Versicherung anfallende Kosten, damit keine Terminverzögerungen entstehen.
Es kann auch vorkommen, dass Unbekannte verbotenerweise im Rohbau eine wilde Party veranstalten und dabei grössere Schäden anrichten. Da die Unbekannten nicht haftbar gemacht werden können, übernimmt die Bauwesen-Versicherung die Kosten, damit das Budget für das Eigenheim nicht durch solch unangenehme Fälle aufgebraucht wird.
Es gibt sogar Bauwesen-Versicherungen, bei denen Feuer- und Elementarereignisse eingeschlossen werden können. Sollte das fast fertige Haus also – aus welchem Grund auch immer – abbrennen, steht der künftige Besitzer zwar ohne Haus da, hat aber die finanzielle Möglichkeit, es wieder aufzubauen.

Versicherungsschutz nach der Erstellung des Eigenheimes
Angenommen, die Bau- oder Umbauphase ist abgeschlossen, das Parkett ist verlegt, die sanitären Einrichtun-gen installiert, die Heizung läuft. Mit dem Einzug erlöschen Bauherren- und Bauwesenversicherungen. Als Nachfolgeversicherung gibt es in der Schweiz die Gebäudeversicherung. Angeboten werden sowohl eine Gebäudesachversicherung sowie eine Gebäudehaftpflicht. Erstere deckt Schäden am Gebäude, die durch Feuer oder Elementarschäden wie Hochwasser, Sturm, Hagel etc. entstehen. Die Gebäudehaftpflicht deckt Schäden, welche Dritte durch Ihr Gebäude erleiden, wenn beispielsweise Ihre Wegbeleuchtung umfällt und ein Passant bei Dunkelheit darüber stolpert. In der Schweiz bieten 19 Kantone eine obligatorische Gebäudeversicherung an. Nur in den übrigen Kantonen (das sind: Genf, Uri, Schwyz und Tessin sowie Appenzell-Innerrhoden, Wallis und Obwalden) dürfen die Privatversicherer Gebäudeversicherungen anbieten. Hier lohnt sich der Vergleich der Angebote einzelner Gesellschaften.

Quelle www.traumhaus.ch

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